Pulsation

Unter Pulsation (offiziell "Pulsierung") ist gemäß Melkanlagennorm die "zyklische Zitzengummibewegung" zu verstehen. Gemeint ist damit das regelmäßige Öffnen und Schließen der Zitzengummis. Dieses kommt dadurch zustande, dass die Pulsatoren über ihre Ventile die langen Pulsschläuche abwechselnd mit einer Vakuumleitung bzw. Frischluftquelle verbinden. Dementsprechend herrscht in den Pulsschläuchen ein stetiger Wechsel von Vakuum und Atmosphärendruck. Dieser Wechsel pflanzt sich über die kurzen Pulsschläuche bis in die sogenannten "Pulsräume" (Spalt zwischen Melkbecherhülse und Zitzengummi) fort. Letztlich wird dadurch die zyklische Bewegung der Zitzengummis hervorgerufen.

Ein kompletter Vorgang von Öffnen und Schließen der Zitzengummis wird nach Norm ISO 3918 als Pulszyklus bezeichnet. Die Anzahl der Pulszyklen pro Minute ist wiederum als die Pulszahl definiert. Eine Pulszahl von 60 bedeutet also, dass die Zitzengummis sich 60 mal pro Minute öffnen und schließen. Auf Basis des Pulsraumvakuums (PRV) werden die Pulszyklen in vier Phasen unterteilt.

Pulsphasen gemäß ISO 3918

Die Abgrenzung der vier Pulsphasen wird dabei wie folgt vorgenommen:

  • A-Phase: PRV zwischen 4 kPa und "Höchstes PRV - 4 kPa" (= Öffnen der Zitzengummis)
  • B-Phase: PRV > "Höchstes PRV - 4 kPa" (Gummis geöffnet)
  • C-Phase: PRV zwischen "Höchstes PRV - 4 kPa" und 4 kPa (= Schließen der Zitzengummis)
  • D-Phase: PRV < 4 kPa ("Druck- oder Massagephase")

Aus der jeweiligen Dauer der vier Teilphasen ergibt sich u.a. der Saugphasenanteil. Dieser wird in Prozent ausgedrückt und wie folgt berechnet:

(A-Phase + B-Phase) : Dauer eines gesamten Pulszyklus x 100.

Ein Saugphasenanteil von 60 % (oft auch als 60:40 bezeichnet) bedeutet folglich, dass die Zeitspanne für A-Phase und B-Phase 0,6 Sekunden ausmacht, wenn ein gesamter Pulszyklus genau eine Sekunde lang ist. Dies ist bei der verbreiteten Pulszahl von 60 der Fall.

Der Phasenwechsel erfolgt in den einzelnen Melkbechern entweder zeitgleich oder zeitversetzt. Dementsprechend werden in der Melkanlagennorm ISO 3918 als Pulsationsverfahren die Gleichtaktpulsation und die Wechseltaktpulsation definiert.

(C) Dr. Dirk Hömberg, D-48167 Münster, alle Rechte vorbehalten

 

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