Was häufiges Melken bewirkt

Oft wird behauptet, dass man sich um den Ausmelkgrad keine Gedanken machen müsse, wenn dreimal am Tag gemolken würde. Denn das würde ja bekanntermaßen eine Steigerung der Milchleistung bewirken. Richtig, aber nur, wenn auch alle 8 Stunden gemolken wird. Sind die Melkintervalle hingegen ungleichmäßig, wie in vielen Betrieben mit Melkrobotern üblich, geht der Schuss nach hinten los. Dann kommt es nicht zur erhofften Steigerung der Milchleistung, sondern zu einem Leistungsrückgang. So wurden u.a. in westdeutschen Studien Ende der 1990er Jahre Minderleistungen von 4 % ermittelt, wenn die Melkintervalle nicht 12 Stunden betrugen, sondern zwischen 9 und 16 Stunden schwankten.

Dreimaliges Melken bringt höhere Milchleistungen. Allerdings nur, wenn die Melkintervalle gleichmäßig lang sind und die Euter dabei jedes mal vollständig entleert werden. (Quelle: nach Ipema u.a., 1997 in "Robotic milking of dairy cows", Tagungsband, S.294)

Und selbst wenn die Kühe im Achtstundenrhythmus gemolken werden, hat dies keine Leistungssteigerung zur Folge, falls die Euter dabei nur unvollständig entleert werden. Denn dann verbleibt weiterhin permanent der für die Milchsekretion schädliche Alveoleninhibitor im Euter, ebenso wie Nährstoffe und evtl. vorhandene Krankheitserreger. Wer also das Leistungspotential seiner Kühe voll ausschöpfen und die Eutergesundheit erhalten will, muss nicht nur häufiger, sondern auch jedes mal vollständig melken.

(C) Dr. Dirk Hömberg, D-48167 Münster, alle Rechte vorbehalten

 

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